Hallo Kokospferdchenfreund,

wie geht es dir diese Woche? Kommst du bisher gut durch die Krise? Ich hoff es natürlich. Wie hat das Meditieren so geklappt? Schreib mir gern einen Kommi oder schick mir eine Mail!

Diese Woche kommt eines der für mich persönlich unangenehmsten Themen, wenn es um Selbstliebe / Selbstbewusstsein geht, an die Reihe: der Vergleich mit Anderen. Insbesondere in der heutigen Zeit kann genau der nämlich mit das größte Gift für das gute Gefühl zum Ich darstellen. Wir sehen ja auf Instagram, im Fernsehen und in Zeitschriften permanent, wie toll und perfekt alle um uns herum sind. Dass vieles davon gestellt, retouchiert oder sonstwie gepimpt ist, vergessen wir dabei meistens. Zugegeben, unser Unterbewusstsein macht uns das auch nicht einfach. Es bekommt ja nur die Bilder (nicht etwa die Hintergrundinformationen dazu). Die werden – zack – mit einem Blick aufgenommen und in die Akte „Maßstab für alles“ gepackt. Wenn dann noch nicht-unterstützende Glaubenssätze dazu kommen: herzlichen Glückwunsch! #ironieoff

Wie kann man sich also gegen den vernichtenden Vergleich mit all den vermeintlichen Superstars um einen herum wehren?

Natürlich kann man sich zunächst einmal bewusst machen, dass die nicht alles, was glänzt, Gold ist. Das war der erste Tipp, der mir zum Thema damals gegeben wurde. Klar machen, dass viel getrickst wird. Für viele mag das funktionieren, für mich persönlich hat das nicht funktioniert, und zwar aus folgenden Gründen:


1. Diejenigen, die aussehen wie die personifizierten Göttinnen und Götter, gibt es wirklich. Vielleicht nicht in der Häufung, in der man auf Instagram den Eindruck hat, aber es gibt sie. Allein das hat mir damals schon gereicht, um diesen „tröstenden“ Gedanken („Die sind ja alle gar nicht wirklich so hübsch / sexy / reich / …“) zu entkräften.

2. Schönheit und all das liegt ja nun mal im Auge des Betrachters. Das bedeutet, selbst wenn jemand Frau XYZ nicht so sexy findet wie ich, finde ich die ja immer noch tausend Mal sexier als mich selbst. Das heißt, am Ende des Tages habe ICH MEIN Problem damit immernoch.

Man muss also offenbar woanders ansetzen. Vielleicht macht man sich zunächst mal klar, was das eigene Problem bzw. Ziel ist. „Es gibt Frauen, die attraktiver sind als ich.“ Ist das das Hauptproblem? Ich kenne einige Frauen, die jetzt sagen würden, sie seien zu vernünftig, das überhaupt in Frage zu stellen, die aber hinter vorgehaltener Hand gestehen würden, dass das auf emotionaler Ebene genau das Problem ist. Gefühlt sind es sogar hauptsächlich Frauen, die sich ständig selbst und gegenseitig in Konkurrenz stellen. Was also tun?

  • Sich klar machen, dass es wunderschöne Vielfalt gibt. Wir können alle wunderschön sein – aber eben auf verschiedene Weise. JEDER ist auf seine Weise schön, sexy, … (Warst du schon einmal in jemanden verliebt, bei dem einige Freunde sagten: „Was, wirklich, der? Der ist doch jetzt nicht so attraktiv…“ – aber für dich war es der schönste Mensch der Welt? Das ist die Magie. Und die funktioniert immer und für jeden in jedem Gefüge. Es wird immer Menschen geben, für die du der schönste Mensch bist – und diejenigen, die das eben anders sehen.)
  • Dich lieben, damit es kein Anderer tun muss. Die Liebe eines Anderen sollte nur dein Sahnehäubchen auf der Torte sein. Du bist vollkommen wie du bist. Du schaust in den Spiegel, spürst zu jeder Tageszeit dich und deinen Körper. Je toller du dich findest, desto mehr kannst du dir vorstellen, dass das auch andere so empfinden – desto weniger bist du auf deine eigenen Vergleiche angewiesen, also lässt du sie irgendwann bleiben.
  • Bewundern. Mach dir die oberen beiden Punkte bewusst und zunutze und bewundere positive Eigenschaften anderer Menschen. Das mag anfangs etwas schwierig sein oder sich gar kontraproduktiv anfühlen. Das gibt sich aber mit der Zeit. Du hast auf diese Weise die Möglichkeit, zu sehen, dass du völlig unterschiedliche Eigenschaften an verschiedenen Menschen toll finden wirst. Allein diese (emotionale) Erkenntnis erleichtert so vieles. Sie zeigt dir an deiner eigenen Wertung, dass man nicht immer Schema XY entsprechen muss, um Ausstrahlung zu haben oder toll auszusehen.
    Zudem wird es dir leichter fallen, auszuhalten, wenn andere Leute dich anschauen.
    Warum? Weil du dir jetzt vorstellen kannst, dass sie nicht negativ, sondern positiv über dich denken und sprechen – schließlich machst du das bei anderen ja auch! Das ist übrigens etwas, das mir selbst enorm geholfen hat.
    Selbst wenn das nicht bei dir greift, hat es dennoch einen Vorteil: während du Andere bewunderst, denkst du selbst gerade positiv und nicht negativ. Allein das macht ein besseres Gefühl.

Teste das doch mal alles. Wie geht es dir damit? Wenn du Feedback oder Fragen hast, melde dich gern bei mir. Ich bin sehr gespannt, weil das eine Übung ist, die ich mir tatsächlich selbst immer mal wieder ins Gedächtnis rufen muss.

Stay curious & wash hands,

Jessie <3